Freitag, 26 Oktober 2018 19:00

Vielseitige Degustation mit Veltliner Weinen

Mit Giuliano Zanolari stellt uns ein leidenschaftlicher Winzer das Veltlin und seine Weine vor. Als Pionier in seiner Region hat sich unser Referent bereits früh mit biologischem Weinbau befasst, heute ist sein Weingut Demeter-zertifiziert. Er hat interessante Weine kreiert und setzt auch neue Ausbaumethoden bei der Weinbereitung ein. Kulinarisch werden wir mit Spezialitäten aus dem ans Veltlin angrenzenden Puschlav verwöhnt.

Giuliano Zanolari, Gründer und Eigentümer der Weinhandlung La Torre, wird von Franziska Uhlmann Brunner, Vorstandsmitglied und Organisatorin, und 50 weiteren Weinfreunden im Restaurant Krone in Thun willkommen geheissen. Giulianos Weingeschäft befindet sich in Poschiavo im Puschlav, einem Südtal Graubündens, sein Weingut dagegen liegt einige Kilometer entfernt an den sonnigen Hängen bei Bianzone im italienischen Veltlin. Bündner Winzer bewirtschaften schon seit langer Zeit Rebflächen im benachbarten Italien. Dies ist wenig überraschend, bestanden doch stets enge Verbindungen zwischen dem Puschlav und dem Veltlin, welches zudem bis ins Jahr 1797 zu den Drei Bünden gehörte.

Referent Giuliano Zanolari in Aktion

Die Rebfläche im Veltlin ist in den letzten rund 100 Jahren stark zurückgegangen. Hauptrebsorte ist mit einer bepflanzten Fläche von rund 50% immer noch der Nebbiolo. Wie uns erklärt wird, ist dieser heute aber weniger gefragt, da bis zur Erreichung der Trinkreife einige Zeit vergeht. Deshalb werden vermehrt auch andere Sorten angebaut. Der verkostete Pinot Noir ist aber nicht mit denjenigen aus der Bündner Herrschaft zu vergleichen, wie wir bei der Degustation der ersten Rotweinserie feststellen. Den Schritt zum biologischen Weinbau hat unser Referent bereits im Jahr 1987 gewagt, sein Sohn Marcel hat auf biodynamische Produktion umgestellt, seit 2015 ist das Gut als Demeter-Betrieb zertifiziert. In verständlichen Worten wird uns der Begriff erklärt und wir erfahren, wie wichtig die Vielfalt und das Gleichgewicht im Boden sind und wie diese dazu führen, dass an der Oberfläche nur noch eine wenig intensive Behandlung notwendig ist.

Auch bei der Vorstellung seiner Weine begeistert uns Giuliano mit seinem Engagement, seiner ehrlichen Art und seinem Mut, neue Wege zu beschreiten. Sehr gut kommt der Vagabondo Bianco IGT Bio an. Hergestellt wird er aus vier verschiedenen Rebsorten, die aus drei Gemeinden stammen – daher sein Name. Eine besondere Kreation ist auch der aus der Kreuzung alter und neuer pilzwiderstandsfähiger Rebsorten (PIWI) gekelterte Uvaggio Bianco. Die verschiedenen Sforzato-Weine, eigentliche Perlen der Veltliner Weine, finden breite Zustimmung. Der dritte Nebbiolo dieser Serie wurde in der Amphore ausgebaut. Die ursprünglich aus Georgien stammenden mineralischen Gefässe werden heute in biologisch-dynamisch ausgerichteten Betrieben zur Lagerung der Weine eingesetzt. Zu Beginn mag der Amphorenwein etwas gewöhnungsbedürftig sein, wird aber immer besser. Ausgezeichnet schmeckte auch das Essen – vor allem die perfekt zubereiteten Pizzoccheri und die Käsespezialitäten aus dem Puschlav. Für den rundum gelungenen Anlass erhalten Giuliano Zanolari und Franziska den verdienten kräftigen Applaus!


Die degustierten Weine:
Vagabondo Bianco IGT Bio 2017, Marcel Zanolari (Johanniter, Moscatel, Réselle, Bianca)
Moscato IGT Bio 2017, Marcel Zanolari
Uvaggio Bianco IGT Bio 2016, Marcel Zanolari (Souvignier gris, Cabernet blanc, Chardonnay-Kreuzungen, Solaris)
Benedictus IGT Federweiss 2017, La Torre
Pinot Nero IGT Bio 2012, Marcel Zanolari 
Cabernet Sauvignon IGT Bio 2013, Marcel Zanolari
Nebbiolo di Valtellina Superiore DOCG Bio 2011, Marcel Zanolari
Sforzato di Valtellina DOCG 2006, La Torre
Sforzato di Valtellina Superiore DOCG Bio 2010, Marcel Zanolari
Sforzato die Valtellina Superiore DOCG Bio “Le Anfore” 2011, Marcel Zanolari
Uvaggio Rosso IGT Bio 2012, Marcel Zanolari (Cabernet Dorsa, Cabernet Jura, Gamaret, Chambourcin)
Vagabondo Rosso IGT Bio “Le Anfore” 2009, Marcel Zanolari (Gamaret, Dornfelder, Garanoir, Petit Verdot, Arinamoa und zwei alte PIWI-Sorten)

 

 

 

 

 

 Giuseppe Zanolari (ganz rechts) und Organistationsteam                         Perfekt zubereitete Pizzoccheri

 


 



                                                                                                                                                              


                                                                                                                                                                           

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                       

 

 


                                                                                                                       

 

 

                                                                                                                                                                                                                         




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