Freitag, 16 September 2016 00:00

Schweizer Weine: aufschlussreicher Regionenvergleich

Welche Faktoren beeinflussen den Wein? Welche Unterschiede sind festzustellen bei Weinen gleicher Rebsorte aber verschiedener Herkunft? Eine Vergleichsdegustation reinsortiger Gewächse aus zehn Kantonen gab Antworten auf diese und weitere Fragen und zeigte anschaulich, wie sich aus ein und derselben Rebsorte gekelterte Schweizer Weine unterscheiden.


Vor der von Konrad Burkhalter und Peter Willener durchgeführten Degustation im Hotel Krone in Thun wurde den Weinfreunden erklärt, welche Faktoren den Wein massgeblich beeinflussen. Grosse Auswirkungen auf dessen Qualität hat der Boden, wobei es neben der Beschaffenheit auch auf den Wasserhaushalt ankommt. Das Klima, insbesondere Sonnenscheindauer, Temperaturwerte und Niederschlagsmengen, haben einen entscheidenden Einfluss auf das Gedeihen einer Rebsorte und den Reifeprozess. Beim Wetter handelt es sich dagegen um die auf ein einzelnes Jahr bezogenen klimatischen Verhältnisse, welche den Wein eines bestimmten Jahrgangs mitprägen können. Zentral ist selbstverständlich auch die Philosophie des Winzers, so der Entscheid über die Höhe der Erträge pro Rebstock, die Produktionsmethode (z.B. Bio) und der Ausbau (z.B. mit oder ohne Barrique).

Grosses Interesse an der Vergleichsdegustation


In vier Serien wurden jeweils drei Weine der Sorten Chasselas, Riesling-Sylvaner, Pinot Noir und Merlot verkostet. Die Organisatoren hatten darauf geachtet, dass nur reinsortige Produkte ohne Holzausbau beschafft werden. Beim sehr oft im Barrique ausgebauten Merlot war dies nicht ganz einfach gewesen. Die Weine stammten aus insgesamt zehn verschiedenen Kantonen. An einer spannenden Degustation konnten Chasselas aus dem Wallis und dem Baselbiet miteinander verglichen und dank den hilfreichen Kommentaren der Referenten die einflussreichen Faktoren und die Unterschiede erkannt und eingeordnet werden. Interessant war auch der Vergleich dreier Riesling-Sylvaner, vor allem die unterschiedlichen Böden führten zu drei ganz verschiedenen Weinen aus den Kantonen Bern, Genf und Zürich. Jeder Teilnehmende fand rasch seinen Favoriten.                                                                                                 Die beiden Organisatoren Konrad Burkhalter (links) und Peter Willener

Ähnliches war auch beim Vergleich der Blauburgunder auszumachen: die eher herben Noten des Gewächses aus dem Kanton Neuenburg waren auf die Bodenbeschaffenheit und die Machart des Winzers zurückzuführen, diesem Pinot Noir wurde einer aus Fläsch und einer aus Schaffhausen gegenübergestellt. Neben aufschlussreichen Vergleichen qualitativ hochstehender Schweizer Weine bot sich auch die Gelegenheit, weniger bekannte Gewächse aus einzelnen Regionen kennen zu lernen – so der von den Weinfreunden sehr gut aufgenommene Merlot aus dem Aargauer Seetal.

Die Beschaffenheit des Bodens hat grossen Einfluss                                                                                                                                                                      

 

 


                                                                                                                                                                            

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
           

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                       

 

 

 

 


                                                                                                                       

 

 

                                                                                                                                                                                                                               


 

 

 

 




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